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Belgien – Neue gesetzliche Verpflichtungen bzgl. der Arbeit im Home-Office

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Belgien – Neue gesetzliche Verpflichtungen bzgl. der Arbeit im Home-Office

3 Feb 2021 - temps de lecture : 2 min

Im Rahmen der Corona-Krise wird seit einiger Zeit das Arbeiten im Home-Office empfohlen oder sogar vorgeschrieben. Bisher gab es jedoch keinen spezifischen gesetzlichen Rahmen.

Der Nationale Arbeitsrat hat am 26. Januar 2021 ein neues Kollektives Arbeitsabkommen (KAA) Nr. 149 verabschiedet, das einen spezifischen Rahmen für empfohlene oder verpflichtende Home-Office- Tätigkeiten aufgrund der Corona-Krise festlegt.

Dieses Abkommen greift nur für Unternehmen, die bisher noch keine Regelung zur Arbeit im Home-Office getroffen haben.

Welche Verpflichtungen entstehen aus dem KAA Nr. 149?

Unternehmen, die bisher noch keine Regelung zur Arbeit im Home-Office getroffen haben, sind jetzt dazu verpflichtet, die entsprechenden „Spielregeln“ festzulegen. Hierzu kann, nach freier Wahl des Arbeitgebers, eine unternehmensinternes KAA abgeschlossen werden, die Arbeitsordnung angepasst werden, eine individuelle Vereinbarung mit den Arbeitnehmer getroffen werden oder eine Home-Office-Policy erstellt werden.

In jedem Fall müssen die betroffenen Mitarbeiter ausdrücklich über die anwendbaren Regeln informiert werden, zum Beispiel über das Intranet, per E-Mail oder im Rahmen eines (digitalen) Meetings.

Welche Fragen müssen geregelt werden?

Das KAA Nr. 149 präzisiert, welche Fragen im Rahmen der Regelung zur Arbeit im Home-Office zu regeln sind, z.B:

– die Zurverfügungstellung von Arbeitsmitteln (z. B. eines Laptops) durch den Arbeitgeber oder, falls dies nicht möglich ist, eine Entschädigung für die Nutzung eigener Geräte durch den Arbeitnehmer;

– die notwendige technische Unterstützung;

– zusätzliche Anschluss- und Verbindungskosten;

– usw.

Der Arbeitgeber muss den betroffenen Arbeitnehmer auch über die Datenschutzregeln des Unternehmens und insbesondere über Einschränkungen und Sanktionen im Rahmen der Nutzung von unternehmenseigenen IT-Geräten und Software informieren.

Zusätzlich können auch noch andere Punkte berücksichtigt werden:

– Arbeitsorganisation: In Ermangelung anderslautender Vereinbarungen organisiert der Arbeitnehmer seine Arbeit im Home-Office selber, unter Berücksichtigung der im Unternehmen geltenden Arbeitszeiten;

– Möglichkeit für den Arbeitgeber, eine angemessene und verhältnismäßige Kontrolle über die Arbeitsergebnisse und/oder die Ausführung der Arbeit auszuüben;

– (Nicht-)Erreichbarkeit des Arbeitnehmers im Home-Office: Festlegung der Momente oder Zeiträume,in denen der Arbeitnehmer erreichbar sein muss.

Wohlbefinden im Kontext von Arbeit im Home-Office

Das KAA Nr. 149 sieht auch bestimmte Verpflichtungen in Bezug auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz vor, insbesondere verschiedene Informationspflichten zu Lasten des Arbeitgebers.

Arbeitnehmer im Home-Office müssen beispielsweise über präventive Maßnahmen bezüglich der Gestaltung des Arbeitsplatzes, über die richtige Verwendung von Bildschirmen und über verfügbare technische und IT-Unterstützung informiert werden.

Der Arbeitgeber muss den betroffenen Arbeitnehmer auch die Identität der Personen mitteilen, die sie bei Problemen unterstützen können (z. B. unmittelbarer Vorgesetzter, Präventionsbeauftragter für Arbeitssicherheit usw.). Arbeitnehmer im Home-Office müssen immer die Möglichkeit haben, diese Personen mit geeigneten Mitteln zu kontaktieren.

Weiterhin ist der Arbeitgeber auch verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbindung der Arbeitnehmer im Home-Office zum Unternehmen und zu den Kollegen aufrechtzuerhalten und ganz allgemein eine Isolation zu verhindern. In diesem Zusammenhang muss der Arbeitgeber ein besonderes Augenmerk auf schutzbedürftige Arbeitnehmer legen, d. h. auf Arbeitnehmer, die z. B. aufgrund ihrer persönlichen, familiären und/oder Wohnsituation bei der Arbeit im Home-Office mit zusätzlichen Belastungen konfrontiert sind.

Geltungszeitraum

Das KAA Nr. 149 bleibt so lange anwendbar, wie Arbeit im Home-Office als Teil der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus dringend empfohlen oder vorgeschrieben wird. Es läuft aber spätestens am 31. Dezember 2021 aus.

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